Unternehmer Reza Mehman und Paralympics-Medaillengewinner Lennart Sass trainieren für ein Hyrox-Event – und zeigen beim „Dinner im Schloss“, wie Sport, Wirtschaft und Mindset zusammenfinden.
Dass Unternehmer an einem Sonntag nicht die Füße hochlegen, sondern mit vollem Einsatz anpacken, ist wohl nichts Besonderes – doch bei Reza Mehman geht es an diesem Morgen nicht ums Geschäft, sondern um das dutzendfache Wuchten von schweren Medizinbällen, das kraftvolle Schieben von Gewichtsschlitten und das Mithalten mit einem Spitzensportler. Gemeinsam mit dem erfolgreichen Paralympics-Judoka Lennart Sass trainiert Mehman seit Wochen für eine ganz besondere Herausforderung: Die Teilnahme an einem Hyrox-Event auf der weltweit führenden Fitnessmesse FIBO Mitte April in Köln. Hunderte Sportler werden sich dann in verschiedenen Disziplinen messen und ihr hochintensives Training in einen anspruchsvollen Wettkampf münden lassen.
Zwei Welten, ein Ziel
„Das wird für uns eine spannende Herausforderung auf gleich mehreren Ebenen“, erzählt Reza Mehman, während er noch etwas nach Luft ringt. „Da ist zum einen unser unterschiedliches Trainingslevel. Obwohl ich selbst viel Sport mache und mich bewusst fit halte, ist der Abstand zu Lennart enorm: Der Junge ist eine absolute Maschine, die einfach zu viel Kraft hat“, sagt er lachend. Hinzu kommen der Altersunterschied und die ganz verschiedenen Lebenswelten der beiden. Mehman ist 42, zweifacher Vater und vielbeschäftigter Unternehmer. Sass hingegen ist mit seinen 26 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit und lebt für den Leistungssport. Der amtierende Europameister gewann 2024 bei den Paralympics in Paris die Bronzemedaille, aktuell trainiert er täglich für die Spiele 2028 in Los Angeles.

So sehen der Unternehmer und der Paralympic-Medaillengewinner aus, wenn sie nicht im Studio trainieren: Reza Mehman (l.) und Lennart Sass beim „Dinner im Schloss“ vor einem Jahr. Bild: Reza Mehman/Dinner im Schloss
„Hyrox ist wirklich anspruchsvoll, weil es Ausdauer und Kraft verbindet und auf Leistung ausgerichtet ist. Ich sehe es aber trotzdem eher als Ausgleich zu meinem regulären Judo-Training“, sagt Lennart Sass. Ihn reizt bei dem Team-Event besonders, dass sich die beiden Sportler gegenseitig ergänzen und ihre jeweiligen Stärken kombinieren können.
Für seine Sportlerkarriere zog Sass vor vier Jahren extra aus seiner Heimatstadt Kiel nach Heidelberg, weil er hier optimale Trainingsbedingungen vorfand. Anfang 2025 wurde am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar im Neuenheimer Feld gar der erste Bundesstützpunkt Para-Judo eröffnet. Für Sass, der durch eine seltene, genetisch bedingte Erkrankung seit seiner Jugend eine Seheinschränkung hat, ergaben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten für seine Profikarriere.
Antrieb als Verbindung
Was beide Sportler verbindet, ist ihre Begeisterung und ihr unbändiger Antrieb. „Ich kann von Lennart beim Training viel über Durchhaltevermögen und die richtige Einstellung lernen, auch über den Sport hinaus“, sagt Reza Mehman. Der Unternehmer wurde auf den Topathleten dank seiner vielen Kontakte in der Region aufmerksam. Seit 2022 organisiert der gebürtige Iraner, der als Kind nach Heidelberg kam und hier mehrere Firmen im Fitnessbereich aufbaute, das „Dinner im Schloss“: Ein hochkarätig besetztes Netzwerktreffen für Unternehmer, Führungskräfte und Entscheider aus der Metropolregion Rhein-Neckar und ganz Süddeutschland. „Dafür bin ich immer auf der Suche nach inspirierenden Speakern, die Wirtschaft, Technologie und gesellschaftlichen Wandel verbinden – gerne auch abseits der ausgetretenen Pfade und der reinen Businesswelt. Lennart hat da perfekt reingepasst, weil er als Profisportler mehr über Leistung, Ehrgeiz und das Streben nach Erfolg erzählen kann als so mancher CEO“, erklärt Mehman mit einem Augenzwinkern.
Zweimal trat Lennart Sass bereits als Speaker bei der Veranstaltung vor der außergewöhnlichen Kulisse des Heidelberger Wahrzeichens auf. Bei der diesjährigen Ausgabe am Dienstag, 28. April, ist er als einer der Table Captains mit dabei: Nach dem halbtägigen Konferenzteil mit verschiedenen Panels, Keynotes und Gesprächsrunden wartet auf die Besucher am Abend das namensgebende Menü des Schlossgastronomen und langjährigen Sternekochs Martin Scharff. „Neben dem Genuss soll es dabei weiterhin um den inspirierenden Austausch und das passgenaue Networking gehen. Deshalb wird jeder Banketttisch von einem Table Captain geleitet – einem ausgewählten Experten mit fundierter Fachkenntnis in einem bestimmten Bereich“, erläutert Mehman. „Wir achten dabei auf eine überschaubare Größe, damit sich die Teilnehmer intensiv austauschen und so neue Perspektiven entdecken können.“
Vom Scheitern zum Neustart
Damit beschreibt der Eppelheimer Unternehmer gleichzeitig seinen ursprünglichen Impuls, dieses Netzwerktreffen der etwas anderen Art zu starten. „Vor Jahren habe ich mehrere Fitness-Apps entwickelt und vermarktet. Die liefen zwar sehr gut, aber mit der Zeit habe ich dann falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen und musste diese Projekte schließlich liquidieren. Das hat zunächst sehr an mir genagt, auch weil ich als Sohn von stolzen iranischen Einwanderern meine eigenen Eltern nicht enttäuschen wollte – das ist tatsächlich so ein typisches Motiv für viele Unternehmer mit Migrationsgeschichte“, erzählt Reza Mehman offen.
Doch anstatt aufzugeben, entwickelte er aus seinem ersten Gefühl des Scheiterns einen Neustart: Er gründete mit Project Nutrition eine erfolgreiche Marke rund um nährstoffreiche Supplements für Sportler und begann mit seiner Podcast-Reihe Project Mindset. „Da spreche ich mit faszinierenden Menschen aus der Region und ganz Deutschland über aktuelle Ereignisse, Fitness und Gesundheit, vor allem aber über das richtige Mindset, um ein glückliches Leben zu leben. Es geht mir darum, neue Perspektiven kennenzulernen und letztlich zu wachsen“, fasst es Mehman zusammen.
Keine Frage, dass zu den Podcast-Gästen deshalb auch schon Lennart Sass gehörte, ebenso wie beispielsweise Heidelbergs Oberbürgermeister Professor Dr. Eckart Würzner. Dieser inspirierte Mehman schließlich zum „Dinner im Schloss“: Quasi als institutionalisierte Version seines Podcasts und seiner direkten wie einnehmenden Art als Gastgeber. „Das Schloss ist das Heidelberger Wahrzeichen schlechthin und weltberühmt – eine bessere Kulisse kann es gar nicht geben“, betont Mehman. „Schon als Kind habe ich diesen Ort beim Spaziergang mit meinen Eltern von der Neckarwiese aus bewundert. Für mich war es damals schlichtweg das Symbol meiner neuen Heimat.“
Auch dank der anfänglichen Schirmherrschaft des Heidelberger OBs wuchs das Format ab 2022 rasch: Von anfangs nur einer Handvoll Gäste im erweiterten Podcast-Format bis zeitweise auf fast 250 Besucher. Doch der große Erfolg vertrug sich irgendwann nicht mehr mit dem intimen und direkten Anspruch des Konzepts. „Inzwischen streben wir eine Zahl von etwas über 100 Gästen an – schließlich wollen wir ein „betreutes Networking“ anbieten. Als Gastgeber sehe ich meine wichtigste Rolle darin, Gespräche zu initiieren und passende Kontakte herzustellen.“
Networking mit Anspruch
Gründer, Solo-Selbstständige, Führungskräfte oder Entscheider: Das „Dinner im Schloss“ richtet sich an jede Art von Unternehmertum und an alle Branchen, in diesem Jahr mit einem Schwerpunkt auf den Bereichen KI und Tech. Dank der Breite der Themen, Speaker und Table Captains werden aber zahlreiche Perspektiven abgedeckt. „Mich müssen die Menschen, denen ich eine Bühne biete und die mit mir gemeinsam dieses Event erst möglich machen, immer auch persönlich interessieren und begeistern. Nur dann kann der entscheidende Funke überspringen und der Tag für unsere Besucher wirklich in Erinnerung bleiben“, betont Reza Mehman.
Dabei hat die besondere Veranstaltung inmitten des altehrwürdigen Wahrzeichens der Stadt auch eine Wirkung über die Region hinaus. Rund ein Drittel der Gäste kommt laut Mehman aus dem weiteren deutschsprachigen Raum. Dank der professionellen Unterstützung durch Heidelberg Marketing kann dabei perfekte Standortwerbung betrieben werden. Dazu passt das große Ziel von Reza Mehman, das Dinner zur „relevantesten Businessveranstaltung in Süddeutschland“ weiterzuentwickeln und noch mehr überregionale Gäste anzulocken. „Wir wollen nicht das größte Event sein, aber das mit den spannendsten Personen, den wichtigsten Meinungsträgern und der persönlichsten Atmosphäre“, gibt der Unternehmer selbstbewusst als Perspektive aus.
Einen Beitrag dazu wird in wenigen Wochen erneut Lennart Sass leisten. „Das Dinner ist für mich eine tolle Verbindung von Sport, Wirtschaft und durchaus persönlichen Netzwerken, wovon ich vielfältig profitiere – schließlich ist Judo nur ein Teil meines Lebens“, erzählt der 26-Jährige, der parallel zu seiner Sportkarriere an der Universität Heidelberg Rechtswissenschaften studiert. „Das beides unter einen Hut zu bekommen, ist manchmal gar nicht so leicht, aber eine gute Ergänzung. Beim ,Dinner im Schloss‘ kann ich beide Welten miteinander verbinden.“
Hyrox als Teamplay
Nur wenige Tage zuvor wartet allerdings noch die Herausforderung, auf die er sich an diesem Sonntagmorgen im Heidelberger Fitnessstudio Hitness Center des mehrfachen Thaibox-Europameisters Daniel Köhler vorbereitet: Das Hyrox-Event in Köln. Nach einem Kreuzbandriss und dem dadurch zeitweise eingeschränkten Judo-Training entdeckte Sass diese Sportart für sich, die sich seit einigen Jahren zum großen Trend in der Szene entwickelt hat. Das dafür notwendige und sehr umfangreiche Training ist für ihn mit einem eher geringen Verletzungsrisiko verbunden – „zumindest im Vergleich zu Kampf- oder Teamsport“, erklärt der erfahrene Judoka. „Reza ist dabei mein idealer Teampartner: Wir können beide unsere Stärken einsetzen und für den anderen einzelne Bereiche übernehmen.“
Das wird beispielsweise bei der Teildisziplin Wall Balls deutlich: Hier führen die Athleten eine tiefe Kniebeuge mit einem Medizinball durch und werfen diesen anschließend gegen ein drei Meter entferntes Ziel – und zwar exakt 100 Mal. „Das wäre für Lennart eigentlich kraftmäßig ideal, aber weil er das Ziel nicht genau sehen kann, übernehme ich diesen Part allein. Im Gegenzug ist er dann beim Farmers Carry an der Reihe: Da müssen 200 Meter mit zwei schweren Kettlebells bewältigt werden. Dank seiner enormen Griffkraft schafft er da Bestzeiten – und ich kann in der Zwischenzeit versuchen, wieder etwas zu Atem und mit meinem Leistungsstand klar zu kommen“, erklärt Reza Mehman lachend.
Am Ende ist ihr gemeinsames Sportprojekt gelebtes Teamwork, um Grenzen zu überwinden und neue Erfahrungen zu sammeln. Dabei spielt die innere Einstellung eine entscheidende Rolle. „Das ist beim Profisport genauso wie in der Wirtschaft und im Leben ganz allgemein: Mit Spaß an der Sache, gesundem Selbstvertrauen und etwas Ehrgeiz lassen sich die allermeisten Ziele erreichen“, sagt Reza Mehman. „Und um diese Eigenschaften zu erlernen, ist der Austausch mit anderen Menschen oft die entscheidende Inspirationsquelle.“

Das kulinarische Highlight des Netzwerk-Events ist das namensgebende Dinner des Schlossgastronomen und langjährigen Sternekochs Martin Scharff (Mitte oben). Bild: Reza Mehman/Dinner im Schloss
Hintergrund zum „Dinner im Schloss 2026“
Die fünfte Ausgabe des Netzwerk-Events „Dinner im Schloss“ mit dem Schwerpunkt KI und Tech findet am Dienstag, 28. April, statt. Von 13.30 bis 19 Uhr gibt es Talk- und Panelformate mit spannenden Teilnehmern, darunter Tech-Analyst und Investor Philipp Klöckner als Speaker-Highlight. Außerdem sind unter anderem mit dabei: Der baden-württembergische Finanzminister Dr. Danyal Bayaz, SAP-Vorstand Thomas Saueressig, Weldebräu-Geschäftsführer Max Spielmann, Ameria-CEO Albrecht Metter und YouTuber und Influencer „Iron Mike“ Michael Steiner. Im Anschluss folgt das namensgebende Dinner von Starkoch Martin Scharff. Zwischen den Gängen ist Gelegenheit für Networking sowie Kurzvorstellungen von Projekten und Initiativen aus der Region. Zudem sorgen die Table Captains an den jeweiligen Tischen für interessante Themenschwerpunkte, darunter u.a. Para-Judoka Lennart Sass, die deutsche Hyrox-Meisterin Corinna Piepkorn, der Geschäftsführer der Ferry-Porsche-Stiftung Stefan Strohmeier, der Herausgeber von Elektroauto-News.net Sebastian Henßler, Asmaros-Geschäftsführer Asmar Jungblut und Good Brands AG-Geschäftsführer Matthias Storch. Mehr unter www.dinnerimschloss.de
