Genossenschaftsbank trotzt Niedrigzins

Der Motor der Wirtschaft läuft auf Hochtouren – in der Metropolregion Rhein-Neckar und deutschlandweit. Gleichzeitig setzt der Dax seinen Höhenflug fort. „Eigentlich die perfekten Bedingungen für Banken“, sagt Wolfgang Thomasberger, Vorstandsvorsitzender der VR Bank Rhein-Neckar. Doch die anhaltende Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht den Geldinstituten weiter zu schaffen – und damit auch der Genossenschaftsbank mit Sitz in Mannheim.

Mit der Geschäftsentwicklung des Jahres 2017 zeigt sich der Vorstand aber dennoch zufrieden. Ungeachtet der aktuellen Herausforderungen habe die VR Bank Rhein-Neckar ihre Marktposition weiter gestärkt. „Auch 2018 wird das durch die Niedrigzinsphase, die Regulierungsanforderungen und die Digitalisierung geprägte Umfeld die Geschäftspolitik bestimmen“, gibt Thomasberger einen Ausblick. Das Vorstandsteam erwarte „eine weiterhin solide Entwicklung und ein Ergebnis auf Vorjahresniveau“.

Die Geschäftszahlen für 2017 belegen ein stabiles Wachstum. Die Bilanzsumme ist mit einem Plus von 1,3 Prozent beziehungsweise 51,3 Millionen Euro auf nun 4,117 Milliarden Euro gestiegen. Kundenforderungen und -verbindlichkeiten sind ebenfalls wieder gewachsen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten zurückgegangen. Die Forderungen an Kunden erhöhten sich um 4,8 Prozent respektive 93,7 Millionen Euro auf 2,027 Milliarden Euro. Die bilanziellen Kundengelder stiegen um 121 Millionen Euro auf insgesamt 3,415 Milliarden Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen 2017 wie geplant um 87,7 Millionen Euro (21,2 Prozent) zurück.

Trotz der positiven Entwicklungen bei den Kundenvolumen sanken aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB die Erträge im Zinsgeschäft – die Haupteinnahmequelle der Bank. Dagegen verzeichnete das Provisionsgeschäft aufgrund gestiegener Erträge aus Wertpapierdienstleistungen und Depotgeschäften gegenüber 2016 ein Wachstum. „Insgesamt konnte die Ertragslage gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,9 Millionen Euro gesteigert werden“, erläutern die Verantwortlichen.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, investierte die Genossenschaftsbank nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2017 unter anderem 510 000 Euro in Schulungs- und Trainingsmaßnahmen für ihre Mitarbeiter sowie 2,9 Millionen Euro in die Renovierung und die digitale Ausstattung der Filialen. Deren Anzahl reduzierte sich angesichts des veränderten Nutzerverhaltens im Zuge der Digitalisierung von 51 im Jahr 2016 auf nunmehr 45. Sechs davon werden ausschließlich über Automaten betrieben. Dafür sollen künftig Geschäftsstellen hinzukommen. Man schaue sich die neuen Stadtgebiete genau an, zum Beispiel Benjamin-Franklin-Village, betont Vorstandsmitglied Michael Düpmann. Insgesamt stiegen die Kosten leicht um 1,1 Millionen Euro an, neben den Investitionen lag dies vor allem an einer Tariferhöhung im Frühjahr 2017.

Der Bilanzgewinn ist nach Angaben der Bank mit 9,335 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. „Mit dem Ergebnis sind wir aufgrund der Rahmenbedingungen zufrieden“, resümiert Vorstandschef Thomasberger. „Das Eigenkapital konnte auch 2017 deutlich gestärkt werden.“ Der Vorstand hat angekündigt, der Vertreterversammlung am 18. Juni im Congress Center Rosengarten erneut eine Mitgliederdividende von vier Prozent vorzuschlagen.

 

(den/red; Bild: Marcus Schwetasch/VR Bank Rhein-Neckar; Bildunterschrift: Das Vorstandsteam – Dr. Michael Düpmann (links), Dr. Wolfgang Thomasberger (Vorsitzender, Mitte) und Michael Mechtel – erwartet eine weiterhin solide Entwicklung und ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.)

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